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Ginkgo biloba
THE GINKGO PAGES
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leafDer Baum

Diese Seite handelt von:

Botanische Einordnung|Gestalt|Blätter|Kultur|Pflanzen eines Baumes|Geschlecht|Bonsai|Züchtungen
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Botanische Einordnung
 

Zur Zeit der Dinosaurier waren die Samenpflanzen (Spermatophyten) sehr gut entwickelt und waren die dominierensten Pflanzen auf der Erde, besonders die üppigen Samenfarne, Koniferen und palmähnlichen Cycadaceen. Diese einfachen Samenpflanzen werden Gymnospermen genannt, was so viel bedeutet wie "Nacktsamer". Ihre Samen sind nicht in eine reifende Frucht eingeschlossen, aber sie sind doch geschützt von Schalen oder einem fleischigen Samenmantel.
 
 

Die meisten Gymnospermen und Blütenpflanzen haben beide Geschlechter Staubblätter und Fruchtknoten auf der selben Pflanze (meist sogar in einer Blüte). Der Ginkgo ist aber eine zweihäusige Gymnosperme. Die Staubblätter und die Fruchtknoten befinden sich auf getrennten Bäumen. Seine Samen haben eine fleischige Außenschicht, die sie fast wie Früchte erscheinen lassen. Die Sämlinge haben zwei Keimblätter.

Der Ginkgobaum und die Cycadaceen sind die einzigen samenbildenden Pflanzen, die bewegliche frei schwimmende Spermazellen besitzen (Fotos).

In früheren Klassifikationssystemen wurde der Ginkgo in die Klasse Koniferopsida eingeordnet, weil man glaubte, dass er näher mit den Koniferen verwandt sei als mit anderen Nacktsamern. Es scheint aber so, dass sich beide Gruppen unabhängig voneinander entwickelt haben. 
Obwohl der Ginkgo eher eine Konifere als ein laubabwerfender breitblättriger Laubbaum ist, so ist er doch keins von beiden; er hat eine einzigartige Stellung. 

Es ist das einzige lebende Bindeglied zwischen niederen und höheren Pflanzen, zwischen Farnen und Koniferen.

Harbke (Foto Cor Kwant)
 Ginkgo  in Harbke, ca.1758,
Gutspark Schlösskirche St. Levin
Wahrscheinlich älteste Ginkgo Baum in Deutschland

 
Blatt  (Foto Cor Kwant)
Man kann einen Ginkgo sehr gut von anderen Gymnospermen durch seine fächerförmigen und zweigelappten Blätter unterscheiden. Die Ginkgobäume haben ein relativ einfaches Gefäßsystem. Die Leitgefäße teilen sich beständig in zwei auf (Bild) . Dieses Gefäßmuster (gegabelte Aderung) ist einzigartig für den Ginkgobaum.
Wegen seiner Einzigartigkeit hatten Botaniker immer Schwierigkeiten den Ginkgo einzuordnen. Deshalb ist der Ginkgobaum in den letzten Jahren in eine eigene Klasse gestellt worden , in die Klasse Ginkgophyta (oder Ginkgopsida). Diese Klasse enthält eine einzige Ordnung, die Ginkgoales (Engler 1898), eine einzige Familie Ginkgoaceae (Engler 1897) und eine einzige noch vorhandene Gattung Ginkgo.
Es gibt zwei ausgestorbene Gattungen: Ginkgoites and Baiera (was man von fossilen Blattabdrucken her weiß).Der einzige lebende Vertreter der Ordnung Ginkgoales ist der Ginkgo biloba.
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Gestalt

Ein Ginkgobaum kann eine Höhe von 30 manchmal auch 40 Metern und einen Kronendurchmesser von 9 Metern erreichen. Der Stamm kann bis zu 4 Meter Durchmesser dick werden, im offenen Gelände sogar noch dicker. Er ist säulenartig aufrecht und sparsam bezweigt. Einige Bäume sind mit ihrer Krone weit ausladened andere eher schmal.

Junge Bäume haben einen zentralen Stamm und sehen pyramidenartig aus. Sie haben eine regelmäßige, seitliche, aufsteigende und asymetrische Bezweigung . Alte Bäume wachsen aufrecht bis oval in die Breite, haben manchmal unregelmäßige Bezweigung und einen ausgesprochen starken Stamm und Äste. Wenn der Baum ungefähr 100 Jahre alt ist , beginnt sich das Kronendach auszubreiten.

Der männliche Baum hat eine schlanke säulenartige Form und ist etwas länger. Der weibliche Baum hat eine weitere Krone und insgesamt eine ausgebreitetere Gestalt. 

Schrein in Kamiita, Japan, 1000 Jahre alte Baum. Foto: Hidenari Yano.

Ginkgo im Herbst

Der Ginkgobaum hat lange und kurze Zweige, die fast im rechten Winkel wachsen. Ein kurzer Zweig kann zu einem langen Zweig werden und die Spitze eines langen Zweiges kann einen kurzen Zweig hervorbringen. Das ist der Grund weshalb alte Bäume eine eher unregelmäßige Form haben. Die Blätter wachsen im Frühjahr alternierend an den langen Zweigen.  Am Ende von kurzen Nebentrieben wachsen sie sehr langsam in Büscheln und bringen dann nach einigen Jahren einen Langtrieb mit vereinzelt stehenden Blättern hervor. Die Kurztriebe bringen auch die Samenanlagen und Pollensackträger hervor. Die Stämme sind lohfarben, hellbraun oder grau, ziemlich glatt und etwas reflektierend in der Wintersonne. Einige Bäume neigen dazu Zweige auszubilden, die den Stamm kreuzen.

Der große Stammdurchmesser von älteren Bäumen entseht durch sekundäres Dickenwachstum. Der Baum verliert meistens sein zentrales Wachstum und es entstehen zahlreiche aufsteigend Äste ("basal chichi"), die eine große Höhe erreichen können. Diese sogenannten "Holzknollen" kann man auch bei der Sumter Pflanzung (see Verwendung-Seite) beobachten, wo man die Bäume regelmäßig bis zum Grund herunterschneidet, um neue "Holzknollen" zu erzeugen, die neue Schösslinge und Wurzeln hervorbringen. Der Ginkgobaum bringt auch nagelartige Strukturen am Stamm und den Zweigen hervor (chi-chi = Nippel, sort of "aerial" lignotubers), die in den Boden wachsen können und Wurzeln hervorbringen. Sie können oben aber auch zu blatttragenden Zweigen werden, weil sie Knospen eingebettet enthalten. HolzDer "chichi" (Chinese: zhong ru) scheint auf traumatische Ereignisse, Umweltstress und die individuellen Eigenheiten eines Baumes zurückzuführen sein. Man findet diese Eigenheit bei alten aber auch bei jungeren Bäumen. Man glaubt, dass der "chichi", seine Widerstandskraft gegen Krankheiten, seine Anpassungsfähigkeit und die Eigenheiten des Baumes zu seiner langen Geschichte des Überlebens beigetragen haben.
Im Stamm ist das Holz gelb.
 Die Borke ist hellbraun bis braun-grau, aber eher braun, runzelig und bei alten Bäumen tief gefurcht. Sie hat eine korkartige Beschaffenheit.
 

Holz: Klicken sie zum Vergrößern und mehr fotos auf das Bild.
 
 

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Video:
Blattknospen

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Video
Älteste Ginkgo außerhalb Asiens in De Oude Hortus,
 Utrecht, Niederlande. Mehr Infos hier.
HD-video


 
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Blätter
 
An einem Merkmal kann man den laubabwerfenden Ginkgobaum leicht erkennen nämlich an seinen Blättern. Sie sind 5- 8 cm breit aber sie variieren in Größe und Gestalt und sind manchmal fast doppelt so groß. Die ledrigen Blätter sind etwas dicker als andere Blätter von Bäumen der Nordhalbkugel. Sie bestehen aus einem Blattstiel und einer fächerförmigen Blattspreite, die mit gabelig (dichotom) verzweigten Leitgefäßen versorgt wird: zwei parallele Gefäße gelangen vom Blattstiel in jede Blattspreite und teilen sich immerwieder in zwei Gefäße. Sie überkreuzen sich und verwachsen selten. 
Die Leitbündel sind leicht erhoben, so dass das Blatt gerippt erscheint. Die Spaltöffnungen sind eingesenkt und so wird der Wasserverlust durch Verdunstung gesenkt. Die Blätter haben eine zweilappige und fächerförmige Gestalt. Es ist keine Mittelrippe vorhanden. Der Blattstiel ist ungefähr 8 cm lang, so dass sich die Blätter schon bei der kleinsten Brise im Wind bewegen.
Die Blätter ähneln den Blättern eines Frauenhaarfarns (Adiantum). 
leaf (Foto: Cor Kwant)
 
 







Die Blätter bleiben am Baum bis spät in der Saison und dann können alle schnell fallen in einem einzigen oder ein paar Tage und sogar in 1 oder 2 Stunden!

Viele Videos des Ginkgo "regnet"  Blätter im Herbst finden Sie hier.

 
So ist der Spitzname "Maidenhair tree" entstanden.  Ein tiefer vertikaler Schlitz in der Mitte der Blattspreitenspitze teilt das Blatt in zwei Blattlappen. Manchmal hat das Blatt auch mehr als zwei Blattlappen besonders im unteren Teil des Baumes. Es gibt eine große Vielfalt in der Art der Lappung am gleichen Baum. Und die Lappung der Blätter scheint auch von Baum zu Baum zu variieren. Die Farbe ist grau-grün bis gelb bzw. dunkelgrün im Sommer. Sie ändert sich im Herbst zu gelb und in guten Jahren in ein wunderschöne goldgelbe Farbe. Bestimmte Zuchtformen haben diese goldgelbe Farbe jedes Jahr im Herbst.  Die Blätter bleiben ziemlich lange am Baum im Herbst und können dann sehr schnell in einem oder wenigen Tagen herunterfallen, manchmal sogar in 1 bis 2 Stunden!
Falling leaves


Der Extrakt von getrockneten Blättern wird häufig als Nahrungsergänzung und/oder als pflanzliche Medizin (verschrieben in Europa) für das Gehirn, die Beine, die Augen, das Herz und die Ohren verwendet. 
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass gute Extrakte die Blutzirkulation und das Gedächtnis verbessern können. Sie beugen Blutverklumpung und Schädigungen durch freie Radikale (chemisch sehr reaktive Verbindungen) vor. 
Insgesamt verbessern sie das Gefühl des Wohlergehens und können für viele andere gesundheitliche Störungen verwendet werden. 

Die Blätter werden auch als Tee gegen eine Vielzahl von Unpäßlichkeiten verwendet.

Mehr dazu auf der Verwendungs-Seite.


 Video: Blätter ändern sich im Herbst zu gelb


 
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Kultur des Baumes

Er kommt in den Klimazonen von (-30/40 to +20/40° C), also von Island bis Australien vor, mehr dazu auf der Wo-Seite.

Fast jedes Arboretum oder jeder botanische Garten besitzt Vertreter des Ginkgobaumes. Die vorzüglichsten Bäume findet man auf Tempelgelände in China, Korea und Japan. In China wachsen sie auch in Wäldern und Tälern auf saurem, gut wasserdurchlässigem sandigem Lehmboden mit dem pH-Wert 5-5,5 und sie werden unterhalb von 2000 m kultiviert (schauen sie auf der Wo-Seite).

DNA-Analysen haben gezeigt, dass isolierte Ginkgo Populationen im Südwesten Chinas, vor allem rund um die südlichen Abhänge des Jinfo Berg (Jinfo Shan) Nanchuan County an der Grenze der Stadt Chongqing und der Provinz Guizhou (28 ° 53 ' N, 107 ° 27'E) ein höheres Maß an genetische Variation besitzen als Populationen in anderen Teilen des Landes.
Ökologische Forschung in diesem Gebiet, sowie in den angrenzenden Teilen der Provinz Guizhou, hat zahlreiche kleine Populationen, zum Beispiel in Wuchuan County und Tuole, identifiziert als entweder wild oder Reste von wilden Pflanzen, trotz ihrer Nähe zu kleinen Dörfern.
Es wird berichtet , dass er natürlich in entlegenen Bergtälern in China's Zhejiang Provinz in dem Tian Mu Shan Reservat vorkommt. Das ist ein Gebiet, in dem menschliches Leben schon seit ungefähr 1500 Jahren nachweisbar ist. Da der Ginkgobaum eine lange Geschichte als Zierbaum in dieser Gegend hat, liegt es auf der Hand, dass das Vorkommen dort auf den Menschen zurückzuführen ist.
Dort wachsen ungefähr 244 Ginkgobäume an Flussufern, an steilen Felshängen und den Säumen von freiliegenden Klippen. Viele von ihnen sind vielstämmig mit wenigstens zwei Stämmen, was durch Verletzung des Spitzenmeristems durch Erderosion oder andere Faktoren hervorgerufen wurde, was zu "basal chi-chi" der Bäume geführt hat. Diese Ausbildung von Seitenästen "basal chi-chi" ist ein entscheidender Faktor, der das lange Überdauern des Ginkgobaumes in diesem Reservat erklärt. Ein Ginkgobaum in diesem Reservat, der auf der Kante einer steilen Klippe in 950 m Höhe wächst, bedeckt eine gesamte Oberfläche von ungefähr 12 m2 und besteht aus 15 Stämmen, die breiter als 10 cm sind (Durchmesser in Brusthöhe). Der Hauptdurchmesser der Ginkgobäume in diesem Reservat beträgt in diesem Reservat bei den meisten Bäumen 45 cm in Brusthöhe und die gewöhnliche Höhe beträgt 18,4 m. Das Maß der genetischen Variabilität ist ziemlich niedrig. Sämlinge sind in dem Wald des Reservats sehr selten, denn sie brauchen viel Licht (außerdem ist die Samenverbreitung durch Tiere nicht so gewährleistet und Menschen sammeln die Samen auf).

Beweise für die Persistenz von wilden Ginkgo biloba (Ginkgoaceae) Populationen im Tal und unteren Berghängen des Dalou Bergen im Südwesten Chinas wurde in 2012 (Tang et al.) veröffentlicht. Mehr Infos und Fotos.
 
 

Berlin, Ginkgo vor der Humboldt-Universität

Berlin, Humboldt Universität (Foto Cor Kwant)


Video: Ginkgo in Amsterdam

Für besondere Ginkgowuchsorte schauen sie auf die Wo-Seite  meiner Homepage.

Der Gingkobaum kann sehr alt werden - 1000 Jahre oder älter. In China ist der älteste Ginkgobaum ungefähr 3500 Jahre alt!

Die meisten Ginkgobäume sind unempfindliche Zierbäume und werden in fast jeder temperaten und subtropischen Region gepflanzt. Der Baum wird angepflanzt in Europa, Japan, Korea und den USA (besonders wegen seines Nutzen als Heilpflanze).

In China werden mehr als 100 Jahre alte Bäume in einer Liste der geschützten Pflanzen des Landes aufgeführt. So sollen in China mehr als 100 Jahre alte Ginkgobäume Straßen und Gebäuden nicht zum Opfer fallen.Einige Menschen denken, dass es eine gute Sache ist, den Ginkgobaum zu besonderen Gelegenheiten zu pflanzen, so z.B. zum Tod eines geliebten Menschen, zum Geburtstag eines Kindes, Hochzeitstag, Umzug etc.

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Das Pflanzen eines Baumes: Er bevorzugt volle Sonne oder teilweise sonnige Standorte. Als Boden bevorzugt er feuchte, tiefe und gut entwässerte Böden (sandiger Lehmboden). Aber er ist sehr anpassungsfähig. So wächst er auch auf armen, verdichteten Böden. Er hat eine große Toleranz bzgl. des pH-Wertes des Bodens. Er verträgt Hitze, Trockenheit, Salzwasser im Winter und Luftverunreinigung. Man sollte ihn 1-2 Mal im Jahr düngen. Man sollte den Baum nicht mit Rindenmulch umgeben, sondern den Boden gut durchlüftet halten. Er wurzelt  tief.

Der Ginkgobaum ist besonders widerstandsfähig gegen Krankheiten, Insektenplagen, Pilze, Feuer, Luftverschmutzung und sogar radioaktive Strahlung (Atombombe von Hiroshima im zweiten Weltkrieg - ein zunächst verbrannter Baum trieb später wieder aus!). Deshalb ist er ein häufig gepflanzter Baum besonders in Großstädten. Er muss nie "gespritzt" werden.
Er kann Schnee - und Eisstürme aushalten. Er hat keine Probleme mit dem Treibhauseffekt (CO2).
Er wird auch als Parkbaum, Landschaftsbaum und in Gärten angepflanzt.
Er wird auch als Schattenspender gepflanzt. Diese Wirkungs kommt aber erst bei älteren Bäumen zum Tragen. Zu Anfang wächst er etwas langsam - es braucht 10 bis 12 Jahre bis er eine Höhe von 6 Metern erreicht hat. Und es braucht ungefähr 20 Jahre ehe er eine rundliche Gestalt angenommen hat. Er kann am Spalier (Fotos) aufgezogen werden oder als Hecke oder als Kletterpflanze.
 

Midousuji, Osaka (photo Sando Tomoki)
Midousuji Boulevard, Osaka, Japan
900 Ginkgo-Bäume des Jahres 1937 
in einer Reihe von 4,5 km

Photo © Sando Tomoki

Man sollte den Baum im Frühjahr oder Herbst pflanzen. Junge Bäume neigen zum krummen Wachstum und sollten zu Beginn mit einem Pfahl versehen und in trockenen Zeiten gewässert werden, bis sie ungefähr 6 m hoch sind. Er braucht einige Zeit, um sich nach dem Umpflanzen zu erholen (?).

Unter günstigen Bedingungen wächst der Ginkgobaum in den ersten 30 Jahen 30 cm im Jahr vom späten Mai bis Ende August. In einigen Jahren wächst er überhaupt nicht, in anderen Jahren kann 1 Meter Wachstum unabhängig von der Wasser- und Nährstoffzufuhr, stattfinden. Er kann beständig in der schattigen Strauchzone eines Waldes wachsen, bis er ein Lichtloch erreicht hat. Dann kann er schnell in die Höhe wachsen und ein dominanter Baum werden. 

Der Baum muss nicht beschnitten werden.
Wenn sie die jungen Bäume doch beschneiden wollen, tun sie das im Frühjahr. Alte Bäume beschneidet man selten.

 


 
Ginkgo status Endangered IUCN
Der Ginkgo ist in der IUCN Roten Liste der gefährdeten Pflanzen aufgenommen worden. Wenn nur männliche Ginkgobäume (Stecklinge) gepflanzt werden, haben sie Schwierigkeiten ohne menschlichen Eingriff zu überleben (Biodiversitat!). 
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Geschlecht: Der Baum ist zweihäusig - es gibt weibliche und männliche Bäume.  Die Geschlechtschromosomen (XX weiblich und   XY männlich, wie beim Menschen) sind nicht einfach zu unterscheiden. Das Geschlecht des Baumes ohne Samenanlagen oder Pollensackträger ist nicht leicht zu besimmen. Die Pollensackträger und Samenanlagen wachsen auf Kurztrieben, sehr selten auf Blättern (Ohatsuki).
Ohatsuki
Ohatsuki
Foto © Hiroshi Takahashi

Nach einem heißen Sommer oder an einem warmen sonnigen Standort gewachsen, bildet er sie öfters (zuverlässiger) aus.
Der weibliche Baum hat einen Überschuss an Samenanlagen, die paarweise auf Stielen stehen. Jede enthält eine Eizelle.
Zunächst sehen sie ganz grün aus, aber sie ändern ihre Farbe nach grün-gelb und dann orange und schließlich braun.

 Sie sehen wie Kirschen aus. Es dauert etwa 20-35 Jahre ehe ein Baum das erste Mal im Frühjahr Samenanlagen ausbildet. Weidenkätzchenähnliche Pollensackträger (Mikrosporangien) auf den männlichen Bäumen enthalten den Pollen und sie wachsen auf Kurztrieben auch erst, wenn der Baum 20-35 Jahre alt ist. Die Bestäubung findet durch den Wind statt. Der weibliche Baum kann auch Samen ansetzen ohne Bestäubung - diese Samen sind aber unfruchtbar (steril).

Wenn die Samenanlagen befruchtet worden sind, entwickeln sie sich in gelbe, pflaumenartige Samen etwa 2,5 cm (1 inch) lang. Sie bestehen aus einer breiten Nuss (die Größe einer Pistazie), die von einer fleischigen Samenschale umgeben ist. Die Befruchtung der Samenanlage durch die frei schwimmenden Spermien passiert auf dem Baum.
 

Der Same hat einen silbrigen Glanz ("silver apricot/nut"). Die gereifte fleischige Samenschale hat einen unausstehlichen Geruch( wie ranzige Butter), wenn sie vom Baum gefallen ist und dort vermodert. Dieser Geruch ist auf Buttersäure zurückzuführen und er ist auch der Grund, weshalb weibliche Bäume nicht so gerne in Fußgängerzonen gepflanzt werden. Diese Geruchsperiode dauert nicht sehr lange und dem Ärger kann vorgebeugt werden, indem man die gefallenen Samen regelmäßig aufsammelt. In den Ländern Korea, Japan and China werden weibliche Bäume bevorzugt, weil die Menschen die Nüsse schätzen!
Ginkgo seeds (photo Cor Kwant)

Man kann den Ginkgo auch durch Setzlinge vermehren oder durch Veredlung eines weiblichen Zweiges auf einen männlichen Baum oder umgekehrt. (So erzeugt man eine künstliche Einhäusigkeit).

Mehr dazu auf der Vermehrungs-Seite.

Die frischen nährreichen Samen (auch eingemacht, nachdem die fleischige Außenschale entfernt wurde) werden besonders im Orient auf Märkten verkauft.

Die "Nuss" wurde schon seit alter Zeit in der chinesischen Medizin verwendet gegen Asthma, Husten mit zähem Schleim, Bronchitis, Verdauungsbeschwerden und Inkontinenz usw.

Mehr zu diesem Thema auf Verwendung-Seite.

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Bonsai

bonsai (foto Cor Kwant)
Man kann den Ginkgo auch als Bonsaibaum wachsen lassen.

Ein Außenbonsai bevorzugt volle Sonne. Aber in sehr sonnigen Gegenden ist etwas Schatten besser. Junge Bäume brauchen etwas Unterstand im höchsten Sommer. Geben sie viel Wasser in der Wachstumszeit. 
Schützen sie den Baum gut gegen Frost, denn er ist sehr empfindlich in kleinen Pötten dagegen, weil er fleischige Wurzeln mit Wasser besitzt. Sie könnten bei Frost aufplatzen. Halten sie ihn deshalb im Winter fast trocken.
Man muss ihn mehr düngen als einen normalen Baum. Düngen sie ihn ausreichend mit organischem Dünger vom Frühjahr bis Oktober. Bonsai Ginkgos tragen selten Samen.

Gestaltung Seine normale Gestalt ist in Ordnung. Mit seinen breiten und ziemlich dickfleischigen Blätter und mit seinen dicken Zweigen kann er zu mittelhohen bis großen Bäumen gezogen werden. Auch einen besenartigen Stil mit einer ovalen zugespitzten Gestalt ähnlich einer Kerzenflamme oder den Chokkan- or Moyo-Gi- Stil kann man erreichen.
Man braucht nicht viel "Leitdraht". Schneiden sie die Zweige ab, die zu lang geworden sind, so dass die äußere Gestalt im Gleichgewicht bleibt. Die Borke ist empfindlich. Deshalb seien sie sorgfältig, wenn sie ihn etwas binden wollen und benutzen sie Aluminiumdraht. Schützen sie die Borke mit Raffiabast und schauen sie regelmäßig danach. 

Beschneiden  Die Narben, die durch Beschneiden entstehen heilen sehr schlecht, so dass man große Schnittwunden vermeiden sollte. Im Frühjahr und im Oktober sollte man die Blattbüschel auf zwei bis drei Blätter verringern - die obersten Blätter außen. Schneiden sie bei jungen Bäumen neue Zweige auf 2-3 Knospen zurück. Sie können den Baum regelmäßig kappen. Breite Blätter werden etwas schmaler, wenn man den Baum etwas in den Schatten stellt und ihn weniger gießt.

Umtopfen  Junge Bäume (bis 10 Jahre) sollte man jedes Jahr ehe die Blätter erscheinen umtopfen. Ältere Bäume sollten alle 2-3 Jahre oder wenn nötig umgetopft werden. Nehmen sie gut wasserdurchlässige Normalerde. Beschneiden sie die Wurzeln am Anfang nicht zu stark.

Mehr dazu können sie bei den Bonsai-Seite erfahren. 

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forumblogGastebuch



 
 
 

Mehr von meinem Ginkgo Videos auf meine YouTube-Kanal.
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Züchtugen

Viele Gartencenter verkaufen den Ginkgobaum. Besondere Züchtungen sind in Baumschulen erhältlich.
Den Ginkgo findet man häufig in einem Koniferenkatalog. Männliche Bäume werden häufig durch Stecklinge vermehrt. Kaufen sie immer bei einer angesehenen Firma. Ich hätte natürlich sehr gerne einen männlichen und weiblichen Baum in meinem eigenem Garten, aber ich habe nur Platz für einen großen Baum....
Wenn sie einen passenden Platz haben, pflanzen sie bitte einen weiblichen Baum, denn sie sind so selten und wenn nur männliche Ginkgobäume gepflanzt werden, haben sie Schwierigkeiten ohne menschlichen Eingriff zu überleben. Der Ginkgo ist in der IUCN Roten Liste der gefährdeten Pflanzen aufgenommen worden.

Der Ginkgobaum kann sehr groß werden. Deshalb ist es nicht der Baum für jeden Hausgarten. Man hat Züchtungen durchgeführt und Unterarten erzeugt, die weniger Platz brauchen oder eine gewünschte Gestalt besitzen. Für den Ginkgo biloba existieren so z.B. aufrechte, zwergenhafte, schmale und kegelförmige, hängende und farbenreiche Züchtungen.

Ginkgo biloba:

'Aurea': gelbe Blätter auch im Frühjahr und Sommerdotview photo

'Autumn Gold': schöneres Herbstlauf und/oder breit ausladendes Wachstum, kompakte Gestalt, männlich.view photo

'Barabits Nana': kleine buschige Form bis 2 Meter.view photo

'Bergen op Zoom': klein aufrecht bis zu 4 Metern.

'Chase Manhattan': klein, winzige dunkelgrüne Blätter, kompakt, ideal für Bonsai oder einen Steingarten, 1.5 mdot

'Chichi (Icho)': kleinere Blätter, gemaserter Stamm, die Borke besitzt brustartige Ausstülpungendot

'Fairmount': schlanke Gestalt, große Blätter, dichte pyramidale Krone, männlich, 15 m.view photo

'Fastigiata': architektonisch senkrechte Betonung, beinahe säulenartige Gestalt, etwas breiter an der Basis, große Blätter, männlich.dotview photo

'Globus': dickköpfige Gestalt, sehr große Blätter.

'Heksenbezem Leiden' (Witches broom): ziemlich kompakt, zwergige Gestalt, Beblätterung in nahen Gruppen, bis zu 3 Metern.

'Horizontalis': große und breite Gestalt, viele Seitenzweige. Weite Krone.view photo

'Jade Butterfly': dichte dunkelgrüne Blattanhäufungen, strauchiges Äußeres, Vasengestalt, Wuchs halbzwergig bis 3 m.view photo

'King of Dongting': langsam wachsend, sehr große Blätter.

'Laciniata': breite tiefgeteilte Blätterdotview photo

'Lakeview': dicht, kegelförmig bis breit pyramidal, männlich.view photo

'Liberty Splendor': breite pyramidale Gestalt mit starkem Stamm, weiblich.

'Magyar': einheitliche symmetrische Bezweigung, uniform symmetrical branching, aufrecht schmal pyramidale Form, bis zu 19 Metern, männlich.

'Mariken':  dichter als 'W.B.', tall about 3 ft, w.6-10 ft, Zweige mehr oder weniger hängend, Pfropfreis auf ungefähr 5 ft Unterlage (P. Vergeldt; von einem Baum in Nijmegen).dotview photo

'Mayfield': Schmalere Form als Fastigiata, straff aufrecht, kurze Zweige, 9-12 m.view photo

'Ohasuki': bis 4 Meter, halbrunde große Blätter, weiblich.

'Pendula': Zweige mehr oder weniger hängend ("Trauerform"), langsames Wachstum, dekorativ.dotview photoview photo

'Prague or Pragense': niedrig ausbreitend, sonnenschirmartig.

'Princeton Sentry': sehr bekannte Züchtung, langsam wachsend, große schückende Blätter, aufrechtes kegelförmige Gestalt mit formalem Brennpunkt, männlich, 30 m. Verbesserte Züchtung von "Fastigiata". Der Name leitet sich von einem Baum auf dem Princeton Friedhof ab.
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'Rainbow': mit grün/gelb gestreiften Blättern, ungefähr 3 m.

'Santa Cruz': weiblich, niedrig, ausbreitend, Regenschirmgestalt.

'Saratoga': dichte Zweige, kleine gelbgrüne Blätter, langsames Wachstum, rundlicher Umriss, männlich, 10 m.view photo

'Shangri-La': schnell wachsend mit dichter pyramidaler Gestalt , 14 Meter, wächst etwas schneller, männlich.

'Spring Grove': zwergig, sehr klein und dicht, ungefähr 3 m.

'Tit': = Chichi (Icho).

'Tremonia': klein, pyramidale Form, sehr große Blätter, weiblich, 10 m.view photo

'Troll':   dichter 'W.B.', Blätter sind verglichen mit den normalen etwas rundlicher (Johann Wieting; von einem Baum in Krefeld, Deutschland. dotview photo

'Tubifolia': schlanke Blätter mit Fassgestalt, langsam wachsend, dekorativer kleiner Baum mit ziemlich dichter Bezweigung, ungefähr 3 m.view photo

'Umbrella': kompakt, dicht bezweigt, unterschiedliche Blattgestalten - und größen.

'Variegata':Ginkgo biloba 'Variegata' (Foto: Cor kwant)Strauchige Gestalt, mit panaschierten Blättern, sehr attraktiv. Einige Blätter halb grün und goldfarben, andere gestreift und wieder andere goldfarben halb-gestreift. Bis zu 3 Metern, weiblich.view photo

'Windover':breites ovales Aussehen, Schattenbaum, 17 m.

W.B.' ('Witches Broom) kompakt, rundlich: zwergige Form, mit hellgrünen Blattbüscheln versehene Zweige, ziemlich genau 
etwa 2.75 m.dotview photo

dot Kann man auch als Bonsai wachsen lassen.
 
 

fallen leaves
gefallene Blätter
Klicken sie zum Vergrößern auf das Bild!

Ginkgo biloba tree (photo Cor Kwant)
 


Autumn Gold
'Autumn Gold'
 

Ginkgo tree in garden (photo Cor Kwant)
 
 


Witches Broom
'Witches Broom'

Weitere Züchtungen und Details auf meiner The Tree-Seite.

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Zusammenfassung von The Ginkgo Pages (englisch Version). Übersetzung: Norbert Marxen.